In der ersten Runde der Münchner Mannschaftsmeisterschaft in der Altersklasse U20 gab uns das Team der Schachfreunde München die Ehre gegen sie antreten zu dürfen. In Bestbesetzung an Brett 1 mit Edwin Heydari (1684), Brett 2 mit Kadir Özden (1723), Brett 3 Paul Goriß (1578) und an Brett 4 mit Samuel Radgen (wertungslos), versuchten wir uns an der ebenfalls sehr starken Mannschaftsaufstellung unserer Gegner.

 

An Brett 4 gelang Samuel nach ca. einer Stunde und 15 Minuten der erste Sieg. Nach einem relativ ruhigen Flügelgambit in Zug 3 von seinem Gegner, Florian Beeh (wertungslos), konnte er nach der Eröffnung mit Schwarz einen kleinen Vorteil für sich beanspruchen, den er im Mittelspiel zwar zwischenzeitlich durch einen etwas fragwürdigen Zug verlor, aber da sein Gegner die Widerlegung nicht fand, bald wieder zurückerlangen, ja sogar ausbauen konnte. Alles in allem eine ziemlich eindeutige Partie, und ein Sieg fürs Team, das damit in Führung ging.

An Brett 3 sah die Sache leider nicht ganz so rosig aus. Paul ist nach der Eröffnung eigentlich gut gestanden. Aber dann, im Mittelspiel, verrechnete er sich und stand plötzlich auf Verlust. Leider waren sowohl die Dame als auch ein Turm des Gegners in seine Stellung eingedrungen. Eine wirklich heikle Situation. Dann, wie aus dem Nichts, ich konnte meinen Augen nicht trauen, in einer Stellung, in der nicht der geringste Funken noch zu existieren schien, zog Paul einen unglaublich Zug aus dem Ärmel. Er opferte seinen Turm um selber mit seiner Dame entweder mattzusetzen oder zumindest ein Dauerschach zu erreichen. Seinen Gegner, den zehnjährigen Lukas-Benedikt Merenda (1505), brachte dieser Zug wieder zum Grübeln. Er nahm den Turm und nach einer Reihe von Schachs war leider auch die letzte Hoffnung, das Dauerschach, gestorben. Paul verlor, und SF München konnte wieder ausgleichen. Aber was für ein Kampfgeist!

Kurz darauf, kam auch das Resultat von Brett 2 zustande. Auch Kadir stand mit Weiß gegen Ardian Ajdari (1617) gut nach der Eröffnung, wurde im Mittelspiel aber leider überspielt und verlor einen lebenswichtigen Bauern, Glück hatte er, dass die Stellung nicht gleich zusammengebrochen war. Er bekam noch die Chance zu kämpfen. Kämpfen ums Remis. Diesen Kampfesmut durfte er in einem schweren Turm-Leichtfiguren-Endspiel zeigen. Leider ziemlich erfolglos. Sein Gegner wählte einen sehr soliden Weg zum Sieg. So ging SF München in Führung.

Also musste Edwin das Team nun aus dem Schlamassel ziehen. Nach einer guten Eröffnung spielte er ein super Mittelspiel und stand wohl besser. Doch sein Gegner, Elias Pougin (1835), spielte weiter und leistete tapfer Widerstand. Im Endspiel war Edwin mit einem klaren Zeitvorteil und einer guten Stellung klarer Favorit. Aber wir kennen ihn. Im entscheidenden Moment ließ er sich sehr viel Zeit. Und so schwand der Zeitvorteil. Aber er war die Ruhe selbst, und so dachte er nach und dachte weiter, bis die Klappe fiel. Er verlor nicht auf Stellung, diese war Remis, sondern auf Zeit.

Die erste Runde war damit abgehakt, verloren, aber das musste wann anders und woanders aufgearbeitet werden. Wir mussten uns jetzt auf die zweite Runde konzentrieren, um nicht wieder dieselben Fehler zu begehen.

Und so trafen wir in der selben Aufstellung auf den nächsten Gegner, den SV Höhenkirchen. In diesem Match waren wir klarer Favorit.

An Brett 4 errang Samuel einen mühelosen Schwarzsieg gegen James Evans (wertungslos). Im Mittelspiel gewann er zwei Bauern und eine Figur. Sein Gegner verkürzte die Qualen, in dem er es Samuel gestatte ihn auf g2 Schachmatt zu setzen. Nach einer halben Stunde ging der MSA Zugzwang auch in Runde 2 in Führung.

Brett 3 ging nach einer ebenfalls ziemlich unbeschwerten Partie Remis aus. Paul mit Weiß bot zu Beginn des Mittelspiels seinem Gegner, Dominik Mattern (1296), Remis und dieser nahm an. Vielleicht hätte man noch weiter kämpfen können, aber da wir führten, war das Remis in Ordnung.

Kadir an Brett 2 spielte gegen seinen Gegner, Sebastian Theuer (1390), auch ein ziemlich unspektakuläres Schwarzremis, ohne große Zittermomente. So war es getan. Wir konnten diese Runde nicht mehr verlieren.

Aber konnten wir sie auch gewinnen?

Die Antwort gab uns Edwin, nach einem sehr soliden Sieg mit Weiß gegen Anian Staude (1601). Ja wir konnten, und wir mussten! Wir holten unseren ersten Mannschaftspunkt mit einem 3,0 – 1.0 Sieg als klare Favoriten.

Nach einer leider nicht ganz so guten ersten Runde konnten wir nach einer sehr soliden zweiten Runde immerhin den vierten Platz auf der Tabelle einnehmen. Bleibt abzuwarten, ob da noch was in Richtung Qualifikation zur Bayr. U20 MM geht. Es sind noch fünf Runden zu spielen. Realistische Chancen haben wir zumindest, auch wenn es schwer werden wird.

 

Rg
Mannschaft
 
1
 
2
 
3
 
4
 
5
 
6
 
7
 
8
 
MP
 
BP
1
(1569)
  X                       3.0   4.0  
4
 
7.0
2
(1631)
      X       3.0       2.5          
4
 
5.5
3
(1793)
          X       3.0   2.0          
3
 
5.0
4
(1662)
      1.0       X               3.0  
2
 
4.0
5
(1870)
          1.0       X       3.0      
2
 
4.0
6
(1576)
      1.5   2.0           X          
1
 
3.5
7
(1342)
  1.0               1.0       X      
0
 
2.0
8
(1417)
  0.0           1.0               X  
0
 
1.0
   
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