IM Robert Zysk schreibt:

Im abgelegenen Löberitz (Nähe Bitterfeld, Sachsen-Anhalt) erwarteten uns eine (nominell) lösbare Aufgabe gegen Aufsteiger SG 1871 Löberitz am Samstag  und  ein enges (so dachte ich), kritisches Match am Sonntag gegen Aufstiegs-Mitfavorit Nickelhütte Aue.

Meine gemischten Gefühle bei Reiseantritt hatten allerdings weniger mit den sportlichen Herausforderungen zu tun als mit der Logistik (Löberitz ist mit dem Zug nicht wirklich gut zu erreichen) sowie dem Ruf Bitterfelds (dort waren wir in einem Hotel untergebracht) als ehemals stark verseuchtem Ort und Synonym  für industrielle Umweltzerstörung  in der DDR.

DSB-Logo

 

Letztendlich erwies sich die Logistik als lösbare Aufgabe (Dank an Erasmus, der seinen 7-Sitzer als Mannschaftsbus und sich selbst als Fahrer zu Verfügung stellte) und die Landschaft wirkte - zumindest oberirdisch- gut saniert (angeblich ist sogar das Leitungswasser wieder trinkbar). Soweit so gut,  nun zum Sportlichen.... hier eine kurze Zusammenfassung, der beiden Matches.

30.04.22  SG Löberitz 1871 -  MSA  3:5

Nigel  stand die ganze Partie über besser und gewann im Endspiel.   Leons Partie war komplex und unklar. Leider verdarb er sie durch einen Fehler in Zeitnot zum Verlust.  Bei Stefan B. erwartete man ein schnelles Ende, nachdem er aus den sizilianischen Eröffnungs-Komplikationen als Sieger hervorgegangen war. Tatsächlich schleppte sein Gegner den aussichtslosen Kampf aber über viele Stunden hin.  Gerry erzielte als Schwarzer schnell Ausgleich. Seinen leichten Vorteil konnte er dann aber nicht mehr zum Gewinn verdichten. Robert gewann im frühen Mittelspiel einen Bauern, neutralisierte das typisch königsindische Gegenspiel seines Gegners und behielt die Oberhand.  Erasmus gewann frühzeitig einen Bauern, vergrößerte seinen Vorteil Zug um Zug, sah wie der sichere Sieger aus und.....überschritt im 37 (?) Zug ziemlich überraschend und unmotiviert die Zeit. Auf einmal war für unwillkommene Spannung gesorgt!  Markus stand, zumindest optisch, zeitweise sehr gut. Etwas greifbares ließ sich aber nicht herausholen und die Partie endete friedlich.   Felix überspielte nach missratener Eröffnung seinen Gegner Zug um Zug und ... schlief vor seinem 40. Zug mit offenen Augen am Brett ein (so sah es zumindest für mich aus)... Gott sei Dank schreckte er mit noch 3(!) Sekunden auf der Uhr aus seiner Trance auf, schleuderte seinen Zug aufs Brett und gewann innerhalb weniger Züge.     

Fazit: Ende gut alles gut, aber unnötige Spannung gegen einen nominell weit unterlegenen Gegner. Felix, der in letzter Minute für Falk eingesprungen war, avancierte zum Matchwinner. 

01.05.22  MSA - Nickelhütte Aue   1,5 : 6,5

Nigels Stellung war bis weit ins Endspiel unangenehm. Als er endlich ausgeglichen hatte, wurde er nach eigenen Angaben zu optimistisch, übersah etwas und verlor.  Leon kämpfte als Weißer von Anfang an um den Ausgleich und landete letztendlich in einem unangenehmen Endspiel, das er nicht halten konnte. Stefan B. war nie in Gefahr, hatte aber auch keine Chancen auf mehr. Ein schnelles Remis mit Schwarz. Gerry verlor in einem objektiv wohl annähernd ausgeglichenen Mittelspiel irgendwo den Faden und verlor. Robert gelang es, seine Stellung nach einem zweifelhaften Bauernopfer seines Gegners zu konsolidieren. Leider erlaubte er in Zeitnot des Gegners diesem unnötigerweise Gegenspiel, das zum Remis ausreichte.
Erasmus erreichte in einer lebhaften Partie leichten materiellen Vorteil (Qualität gegen einen Bauern). Dieser ließ sich aufgrund seiner kompromittierten Bauernstellung aber nicht gewinnbringend verwerten. Remis auch an diesem Brett . Markus geriet in einem komplizierten, damenlosen Mittelspiel nach einigen Ungenauigkeiten in materiellen Nachteil, den er trotz erfindungsreichen Gegenspiels nicht mehr kompensieren konnte. Felix beging in leicht vorteilhafter, aber schwierig zu spielender Stellung einige Ungenauigkeiten und wurde schließlich überspielt.

Fazit: eine derbe Niederlage gegen einen nominell fast gleichwertigen Gegner, die allen Aufstiegsträumen für diese Saison ein Ende setzt. Würde gerne positive Aspekte aus diesem Match anführen, finde aber keine außer unserem gezeigten Kampfgeist, der immerhin Hoffnung für die Zukunft macht. Fürs Erste kann es nur noch darum gehen, wieder zur alten Form zu finden und noch ein paar gute Kämpfe abzuliefern.     

Euer Robert

Hier noch die Ergebnisse des Wochenendes.

Runde 3 / Sa 30.4.2022 Quelle

SG 1871 Löberitz   3 5   MSA Zugzwang  
3   2248 GER Sebastian Pallas   0 : 1   Nigel Short ENG 2620 GM 1
4   2302 GER Nicolas Niegsch   1 : 0   Leon Mons GER 2541 GM 2
6   2294 GER Norman Schütze   0 : 1   Stefan Bromberger GER 2481 GM 4
9   2174 GER Christian Schindler   ½ : ½   Gerald Hertneck GER 2478 GM 6
10   2119 GER Fridolin Mertens   0 : 1   Robert Zysk GER 2404 IM 7
12   2063 GER Christian Böhm   1 : 0   Erasmus Gerigk GER 2328 FM 10
13   2332 GER Holger Pröhl   ½ : ½   Markus Lammers GER 2292 IM 12
15   2113 GER Reyk Schäfer   0 : 1   Felix Brychcy GER 2063   16

 

 

Runde 4 / So 1.5.2022 Quelle

MSA Zugzwang     Nickelhütte Aue  
1 GM 2620 ENG Nigel Short   0 : 1   Peter Prohaszka HUN 2570 GM 2
2 GM 2541 GER Leon Mons   0 : 1   Gergely Antal HUN 2561 GM 3
4 GM 2481 GER Stefan Bromberger   ½ : ½   Roman Slobodjan GER 2446 GM 6
6 GM 2478 GER Gerald Hertneck   0 : 1   Radek Londyn CZE 2384 FM 8
7 IM 2404 GER Robert Zysk   ½ : ½   Sebastian Eichner GER 2353 FM 9
10 FM 2328 GER Erasmus Gerigk   ½ : ½   Gunter Spieß GER 2388 IM 11
12 IM 2292 GER Markus Lammers   0 : 1   Cliff Wichmann GER 2303 IM 12
16   2063 GER Felix Brychcy   0 : 1   Martin Bulockin CZE 2289 FM 15

Tabelle Quelle

 
 
 
   
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