Die zweite Runde der Landesliga Süd fand Mitte November 2021 statt, als wir zu Hause gegen die Mannschaft aus Unterhaching spielten. Zu diesem Zeitpunkt war die Covid-Welle im Anrollen, so dass ab dieser Runde die 2G-Regeln galten. Glücklicherweise beeinträchtigte uns das nicht allzu sehr, und wir hatten eine starke Aufstellung an den ersten 6 Brettern, wobei ich (Felipe) und Markus die Mannschaft an den letzten beiden vervollständigten.

Am ersten Brett spielte Erasmus mit den schwarz Steinen einen Sizilianer mit Nc6, in dem sein Gegner mit 3.b3 auf eine Nebenvariante setzte. In einem Endspiel konnte er einen Bauern gewinnen und diesen ohne große Probleme umwandeln.

Am zweiten Brett spielte Christoph eine Fianchetto-Königsindische Verteidigung mit den weißen Figuren (Panno-Variante). Er gewann zunächst einen Bauern und gab später einen Abtausch, wodurch er drei verbundene Freibauern am Damenflügel erhielt. 

2-0 Zugzwang.

Am dritten Brett spielte Bob die schwarze Seite eines geschlossenen Sizilianers, in dem Weiß auf einen schnellen Übergang Bg5-Bf6 setzte. Sein Gegner schuf dann einige Schwächen auf den dunklen Feldern in der Nähe von Bob's König. Bob versuchte dann, mit einem Bauerndurchbruch am Damenflügel Gegenspiel zu erlangen, was ihm aber nicht gelang. Sein Gegner manövrierte gut und schaffte es schließlich, mit seiner Dame einzudringen.

2-1 Zugzwang.

Am vierten Brett hatte Daniel die weißen Figuren und strebte eine Reti-Struktur an. Unglücklicherweise wurden nach einigen Abtäuschen seine weißen Felder am Königsflügel schwach, während seine hängenden Bauern eher eine Schwäche als eine Quelle des Gegenspiels darstellten. Nach einigen weiteren Zügen gewann Schwarz einen Bauern (einen Freibauern) und Daniel konnte angesichts seines schwachen Königs nicht viel dagegen tun.

2-2.

Am fünften Brett spielte Felix ein Formsgambit von der schwarzen Seite (1.f4 e5 2.fxe5 d6). Weiß gab den Bauern sofort zurück, aber die schwache Diagonale gab Schwarz den Vorteil. Weiß gab Schwarz das Läuferpaar als Gegenleistung für eine gewisse Bauernschwäche, die der weiße Spieler nicht angreifen konnte. Felix opferte dann einen Springer, um Linien gegen den weißen König zu öffnen. Sein Gegner gab sofort Material zurück, aber Felix setzte den Angriff wie aus dem Lehrbuch fort. Nach einigen Komplikationen erlangte er einen Läufer und drei Bauern mehr. Dann erzwang er einen Damentausch und sein Gegner gab auf.

3-2 Zugzwang.

Das sechste Brett lassen wir vorerst aus, da es die letzte Partie war, die beendet wurde.

Am siebten Brett hatte ich (Felipe) die schwarze Seite einer Reti-Eröffnung, in der ich in der Eröffnung einen Bauern gewann und dafür eine Kompensation für Weiß erhielt. Leider war ich zu gierig, und als Weiß einen zweiten Bauern für enorme Kompensation opferte, ging ich darauf ein. In den nächsten 10 Zügen musste ich einen Drahtseilakt vollführen, um nicht zu verlieren, und als ich kurz davor war, eine spielbare Stellung zu erreichen, verrechnete ich mich und bekam stattdessen eine völlig verlorene Stellung.

3-3.

Am letzten Brett hatte Markus die weiße Seite eines Abtauschslaven. Nachdem er sich normal entwickelt hatte, entschied er sich für eine IQP-Stellung, in der sein besserer weißfeldriger Läufer den Unterschied ausmachte. Er bekam dann einen Außenposten für seinen Springer auf c5, und Schwarz hatte eine sehr passive Stellung. Markus wählte dann einen Angriff auf den gegnerischen König, indem er seinen Turm auf den K-Flügel schwenkte. Diesen Turm opferte er dann, um die gegnerische Rochadestellung aufzubrechen. Leider hatte Markus nur noch wenige Minuten Zeit für 15 Züge, und da er keinen klaren Gewinn in Zeitnot übersah, entschied er sich für ein Dauerschach.

3.5-3.5.

Am sechsten Brett schließlich spielte Hubert die weiße Seite einer alten Benoni-Struktur (ohne c4). Er erhielt eine viel bessere Stellung, mit mehr Raum und besser platzierten Figuren. Nach einer Weile gelang ihm der thematische Durchbruch e5 (nach einem früheren f4) und er hatte eine sehr vielversprechende Stellung. Er opferte dann eine Dame und einen Bauern für drei Figuren und gewann dabei auch das Läuferpaar. Dann gab er einen Abtausch für einen Freibauern am siebten Zug, aber das war nicht genug. Der schwarze Spieler verteidigte sich gut und gab den Abtausch zurück, um den Freibauern zu gewinnen. Im folgenden Endspiel hatte Weiß 3 Figuren für die Dame, aber die schwarze Bauernmehrheit am Königsflügel war sehr beweglich, während die weiße am Damenflügel es nicht war. In den nächsten Stunden verteidigte sich Hubert gut und schaffte es, eine Festung zu errichten, nachdem sein Gegner beim Vorschieben seiner Freibauern etwas voreilig war.

Endergebnis: ein 4-4 Remis.

 Anmerkung: Der Bericht wurde von Felipe in englischer Sprache verfasst und nach besten (Ge)Wissen übersetzt.

   
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