Gestern kamen wir zu einem relativ hohen und verdienten Sieg gegen Haunstetten. Noch vor dem Kampf dachte der Mannschaftsführer, dass es eng werden könnte, doch bald wurde klar, dass uns die Schachgöttin Caissa an diesem Sonntag hold gesonnen war. Mit besonderem Wohlgefallen betrachtete ich unsere ersten vier Bretter, an denen wir in der Endabrechnung ganze 3,5 Punkte erzielten. Doch der Reihe nach. Nachdem ich die Gäste aus Augsburg freundlich begrüßt hatte, ergriff Schiedsrichter Dormann das Wort, und kündigte an: "Schwarz zieht und Weiß drückt die Uhr". Diese denkwürdigen Worte fanden allerdings im weiteren Verlauf kein Echo, vielmehr zog an allen Brettern ganz normal Weiß an, und Schwarz drückte die Uhr.

 

 

Faites vos jeux - sagte der Croupier, als er heute in der Schachakademie, ein letztes Mal die Kugel in die Rouletteschüssel einwarf. Auf der einen Seite des Tisches saß Martin Spieß auf der anderen Seite Bernhard Gerstner. Beide Spieler waren so gebannt, dass sie Raum und Zeit um sich herum vergaßen, und wie gespannt auf die Roulettekugel starrten, die ihre Runden in der Schüssel drehte, und immer langsamer wurde. Als sie endlich auf einer Zahl zum Stehen kam, war es nicht erwartet, die 0, sondern die 1 - und zwar die 1 für Bernhard. Oder um es etwas weniger blumig auszudrücken, Bernhard gewann völlig überraschend eine verlorene Stellung gegen seinen ehemaligen Vereinskameraden, und zwar auf Zeit, nachdem entweder er seinen Gegner oder dieser sich selbst hypnotosiert hatte. Dieses Wunder rettete unseren Mannschaftskampf in der Endabrechnung zu einem nicht mehr erhofften 4,5-Sieg. Doch der Reihe nach.

 

   
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